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Wie sehr müssen die Tore gesichert sein?

Mittwoch, 4. August 2010

Bei Pferdehaltern besteht häufig Unsicherheit, wenn es um die Frage der Tierhalterhaftung geht. Grundsätzlich haftet ein Tierhalter für jeden Schaden, den sein Pferd verursacht. Eine Ausnahme besteht dann, wenn der Schaden aufgrund menschlichen Fehlverhaltens entstanden ist und das Pferde lediglich den Anweisungen gefolgt ist.

Eine Einschränkung der Tierhalterhaftung ist möglich, wenn die Haltung des Tieres der Ausübung des Berufs oder der Erwerbstätigkeit des Halters dient. In einem solchen Fall, haftet der Tierhalter nur dann, wenn er der Sorgfaltspflicht genüge getan hat.

Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte einen Fall zu beurteilen (Az: 9 U 3987/03) , in dem ein Pferd ausgebrochen und es zu einem Schaden gekommen war. Dritte hatten die Tore geöffnet. Das Gericht hatte die Tierhalterhaftung bejaht, weil es dem Tierhalter nicht möglich war zu beweisen, dass die Tore ausreichend gesichert waren. Demzufolge musste das Gericht davon ausgehen, dass der Tierhalter nicht sorgfältig gehandelt hatte.

Was bedeutet dies? Auch wenn es umständlich ist, sollten Tore mit Vorhängeschlössern gesichert werden. Ein einfacher Riegel verhindert vielleicht, dass die Pferde eigentständig die Tore öffnen können, für Personen stellen solche Verschlussvorrichtungen jedoch kein großes Hindernis dar.