Artikel-Schlagworte: „Rechtsanwalt Pferderecht“

Wenn die Reitbeteiligung vom Pferd getreten wird…

Montag, 3. Mai 2010

…kann es schnell zwischen Pferdehalter und Reitbeteiligung zum Streit kommen. Denn grundsätzlich haftet der Pferdehalter zunächst für die Aktionen seines Pferdes auch gegenüber seiner Reitbeteiligung. Vergleichbar mit dem Halter eines Autos, soll für die “Betriebsgefahr” die von dem Pferd ausgeht, derjenige zur Rechenschaft gezogen werden, der sich ein solches hält und dem bewusst ist, dass durch das Tier schwere Schäden verursacht werden können.

Hiervon wird auch dann keine Ausnahme gemacht, wenn sich eine Reitbeteiligung so zu sagen freiwillig aufs Pferd setzt und sich bewusst der Gefahr eines Reitunfalls aussetzt. Oftmals gehen Pferdehalter irrtümlich davon aus, dass ihre Tierhalterhaftplichtversicherung auch Schäden, die die Reitbeteiligung durch das Pferd erleidet , abdeckt. Dies ist nicht automatisch der Fall. Sprechen Sie daher lieber einmal mehr mit Ihrem Versicherungsvertreter.

Es besteht auch die Möglichkeit, einen Reitbeteiligungsvertrag abzuschließen, der Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche der Reitbeteiligung gegen den Pferdehalter ausschließt. Ich empfehle
jedoch für das Aufsetzen eines solchen Vertrages einen Anwalt zu Rate zu ziehen. In vorformulierten Vertragsmustern finden sich nicht selten Regelungen, die nicht zulässig sind.

Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, setzen Sie sich gern mit mir in Verbindung unter www.kanzlei-im-stall.de

Ein Wochenende auf der Hansepferd

Sonntag, 18. April 2010

Als Rechtsanwältin für Pferderecht muss ich natürlich auf dem Laufenden bleiben. Also gings ab auf die Hansepferd. Neben vielen Anbiertern von Pferdezubehör hatte ich die Möglichkeit viele Telefonpartner live und in Farbe zu erleben. Ob nun das Pferdestammbuch aus Kiel oder Kollegen – es gab viele interessante Gespräche. Auch konnte ich Kontakte für künftige Zusammenarbeiten knüpfen. Jetzt heißt es für die nächsten Tage: Unterlagen sichten und im Gespräch bleiben.

Auswirkung der aktuellen Rechtsprechung auf private Pferdekaufverträge?

Donnerstag, 15. April 2010

In meiner anwaltichen Praxis zeigt sich, dass private Pferdekäufer und Pferdeverkäufer meist auf Kaufvertragsformulare aus Pferdezeitschriften und dem Internet zurückgreifen. Bislang waren diese Formulare nicht selten rechtlich bedenklich. Insbesondere die Regelungen des Gewährleistungsausschlusses wurden von den Gerichten oftmals für zu weitreichend empfunden und somit für unwirksam erklärt. Dies hatte dann zur Folge, dass der Verkäufer für Mängel des Pferdes einzustehen hatte, bzw. lange Prozesse geführt wurden, um einen Mangel des Pferdes zu beweisen, obwohl dies durch die Regelungen des Vertrages gerade verhindert werden solte. Hintergrund der Rechtsprechung war, dass diese Musterverträge als Allgemeine Geschäftsbedingungen angesehen wurden. Regelungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen können jedoch mitunter nicht so weitreichend getroffen werden, wie dies zum Beispiel in einem individuell ausgehandelten Kaufvertrag möglich wäre. Gerade die Klauseln, die bei Auffälligkeiten des Pferdes greifen sollten und den Verkäufer von Ansprüchen des Käufers freistellen sollten, waren jedoch oftmals zu weit gefasst.

Nun hat der Bundesgerichtshof im Rahmen eines privaten Autokaufvertrages entschieden, dass ein Formularvertrag dann nicht als Allgemeine Geschäftsbedingung zu werten ist, wenn sich beide Parteien mit der Verwendung eben dieses Formulars einverstanden erklärt haben und auch ein anderes beliebiges Muster von den Parteien verwendet worden wäre.

Die Zeit wird nun zeigen, ob die Gerichte dieser Rechtsprechung auch bei Fällen des Pferderechst folgen werden.

Endlich neue Büroräume – die Kanzlei im Stall

Freitag, 22. Mai 2009

Nach viel Schweiß, körperlichen Schmerzen in Form von Muskelkater und nervigen Touren durch die Möbelzentren Schleswig-Holsteins ist es nun endlich geschafft. Meine Kanzlei ist fertig. Ab jetzt können meine Mandanten in eher außergewöhnlicher Atmosphäre ihre rechtlichen Probleme mit mir besprechen. Die Deckenbalken sind dunkel lasiert, das Fenster noch in ursprünglichem Zustand, die Wände schief aber urig. Eine Kaffeemaschine gibt es – Stühle, Tisch und Bücherregale natürlich auch. Die Idee der Heuballen hat sich nicht durchgesetzt, dafür aber das Hufeisen über der Tür und die alten rostigen Nägel in den Balken.

So einige Probleme waren zu beseitigen. So dürfen normalerweise Leute, die größer als 1,70 m sind, nicht zu mir kommen. Zu hoch ist die Gefahr, sich den Kopf beim Verlassen der Kanzlei zu stoßen. Die Tür ist einfach zu klein. Aber Not macht erfinderisch und so wurde kurzerhand ein Halfter als “Warnleine” umfunktioniert. Gut – jetzt besteht zwar die Gefahr des Strangulierens aber diese Gefahr ist im Verhältnis zur Beule am Kopf um einiges geringer.

Ich finde meine Kanzlei großartig und denke, dass es kaum einen Anwalt für Pferderecht gibt, der in einer solchen Umgebung arbeitet. Kommen Sie gern einfach auf einen Kaffee bei mir vorbei und überzeugen Sie sich selbst.

Über mich

Samstag, 21. Februar 2009

Vielleicht wäre es ja von Vorteil, wenn die Blog-Welt auch weiß, in welchen Rechtsbereichen ich arbeite. Der Schwerpunkt meiner Kanzlei soll das Pferderecht sein. Wie Peter Lustig jetzt sagen würde: “Klingt komisch, ist aber so.”

Das Witzige an der Geschichte ist, dass ich nicht reite, kein Pferd habe und auch keine Pferde züchte. Zum Thema Pferderecht bin ich eigentlich wie die Jungfrau zum Kinde gekommen. Als Kind aus dem “Osten” war reiten nicht wirklich eine Freizeitoption. Außerdem bin ich in der Stadt aufgewachsen. Da hat der Nachbar vielleicht einen Hund aber definitiv kein Pferd. Später bin ich zwar auf Pferde aufmerksam geworden, da ich aber nicht mehr über die Maße 90-60-90 verfügte, ging ich davon aus, dass der Zug wohl abgefahren ist. In den Medien sieht man immer nur gertenschlanke Personen, so dass ich davon ausging, dass so ein armes Tier eine Last wie mich wohl nicht tragen kann.

Während meines Referendariats in einer Kanzlei in Eckernförde in Schleswig-Holstein, bin ich auf Fachliteratur in Sachen Pferderecht gestoßen. Erst habe ich nur die Stirn gekräuselt, dann aber angefangen zu lesen. Ich fand es spannend. Außerdem habe ich verstanden, warum die kleinen Mädchen so auf die Pferdezeitschriften abfahren. Es sind so schöne Tiere. So groß und kräftig und doch stürzt sie eine Hand voll falsches Kraut in den Tod. Kann man sich gar nicht vorstellen, wenn so ein Koloss vor einem steht. Vielleicht klingt es jetzt etwas theatralisch – aber da habe ich, glaube ich, die Liebe zum Pferd entdeckt.

Die Marschroute meiner Kanzlei heißt also: PFERDERECHT

Außerdem berate ich im Bereich des Zivilrechts. Also Kauf-, Werk-, Dienstverträge usw. Ein weiterer Tätigkeitsbereich liegt im Bereich des Inkassos.