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Ein Rat an Pferdeverkäufer denen der Pferdpass abhanden kam

Freitag, 23. April 2010

Probleme mit dem Pferdepass sind ein absoluter Dauerbrenner. Unverständlich ist, warum sich die Verkäufer des Pferdes oftmals weigern, einen Ersatz-Equidenpass zu beantragen und an den Käufer auszuhändigen. Wenn der Verkäufer ein reines Gewissen hat und den Pferdepass wirklich nur verlegt hat, dann wäre es das kleinere Übel den Ersatzpass ausstellen zu lassen. Dies kostet ihn in der Regel unter 100,00 Euro. Weigert er sich jedoch und schaltet der Käufer Anwalt und Gericht ein, kann dies eine teure Angelegenheit werden. Denn der Wert, nach dem sich die Anwalts- und Gerichtskosten richten ist die Höhe des Kaufpreises. So hat es jedenfalls das Landgericht Flensburg mit Beschluss vom 19.03.2007 (Az: 2 O 302/06) entschieden. Bei einem Kaufpreis des Pferdes in Höhe von 5.000,00 Euro hat man so ganz leicht Gesamtkosten in Höhe von über 2.000,00 Euro auf der Liste. Zusätzlich sind die Haare grauer und die Fronten verhärteter. Mein Rat: Lieber in den sauren Apfel beißen und mit vergleichbar geringem Aufwand einen Ersatzpass besorgen. Vielleicht können Sie sich auch mit dem Käufer einigen und sich die Kosten für die Ersatzausstellung teilen.

Kontaktieren Sie gern meine Kanzlei, wenn Sie zu diesem oder einem anderen Thema Fragen haben: kontak@kanzlei-im-stall.de

Was tun ohne Pferdepass?

Samstag, 10. April 2010

Scheinbar passiert es in der Praxis nicht selten, dass der Pfedepass (Equidenpass) beim Verkauf eines Pferdes nicht mit übergeben wird. Auf die Wirksamkeit des Kaufvertrages hat dies keine Auswirkungen. Anders als zum Beispiel bei einem Fahrzeugbrief, erbringt der Equidenpass keinen Eigentumsnachweis.

Allerdings ist der Pferdepass seit dem Jahre 2000 Pflicht. Er ist mitzuführen, wenn das Pferd transportiert wird. Auch bei Leistungsprüfungen oder Wettbewerben ist die Vorlage des Equidenpasses vorgeschrieben. Im Grunde genommen bedeutet die Nichtübergabe des Pferdepasses für den neuen Eigentümer, dass er das Pferd eigentlich gar nicht voll nutzen kann. Transportiert der neue Eigentümer das Pferd ohne Equidenpass oder startet er bei Turnieren, besteht immer das Risiko der Verhängung eines Ordnungsgeldes.

Grundsätzlich muss für die Ausstellung eines neuen Equidenpasses eine eidesstattliche Versicherung des Voreigentümers vorliegen, dass der Pferdepass verloren gegangen ist. Gibt dieser eine solche Erklärung nicht ab, kann man sich kurzfristig helfen, indem ein Pferdepass ohne Abstammungsnachweis beantragt wird. Die Kosten belaufen sich auf ca. 70,00 Euro. Zwar hat ein solcher Pferdepass zur Folge, dass Nenngelder bei der FN mitunter höher ausfallen, als bei Pferden mit Abstammungsnachweis. Allerdings kann mit einem solchen “abgespeckten” Pferdepass das Pferd zumindest weiter ausbilden und transportieren.