Artikel-Schlagworte: „außerordentliche Kündigung einer Reitstallmitgliedschaft“

Zur leidigen Frage, unter welchen Voraussetzungen man aus einem Reitstallmitgliedsvertrag herauskommt

Freitag, 13. August 2010

Das Amtsgericht München hatte in seinem Urteil vom 23.07.2009 (Az: 275 C 24038/08) über folgenden Fall zu entscheiden:

Ein Reitschüler, der Reitanfänger war, hatte eine Reitstallmitgliedschaft über 13 Monate abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt betrieb die Klägerin gemeinsam mit ihrem Ehemann den Reitstall. Der Beklagte hatte zuvor eine Reitstunde beim Ehemann der Klägerin genommen und wurde auch während der anschließenden Zeit ausschließlich vom Ehemann betreut, der über eine umfangreiche Reit- und Turniererfahrung verfügte. Nach kurzer Zeit kam es zur Ehekrise. Der Ehemann eröffnete seinen eigenen Reitstall. Der Beklagte kündigte fristlos und wechselte in den Reitstall des Ehemannes. Zu diesem Zeitpunkt wäre der Vertrag noch 9 Monate gelaufen.

Die Klägerin war natürlich “not amused” und forderte die Zahlung der Mitgliedschaftsgebühr bis zum Ablauf des Vertrages. Schließlich habe sie die gleiche Reit- und Turniererfahrung. Außerdem habe sie weitere Reitlehrer in ihrem Ausbildungsstall, so dass ein Wechsel überhaupt nicht nötig sei.

Das Amtsgericht München hat die fristlose Kündigung des Beklagten für wirksam erachtet. Nach Auffassung des Gerichts komme es auf das Vertrauensverhältnis an, welches der Beklagte zu seinem Reitlehrer aufgebaut hatte. Das Ende des Vertrages abzuwarten, sei für den Beklagten unzumutbar gewesen.