Verletzung des Hengstes beim Decksprung durch Stute – Stutenhalterin haftet nicht

Allerdings steckt hier der Teufel im Detail. Denn in dem dem Oberlandesgericht Koblenz (3 U 1486/12) vorliegenden Fall hatte gerade auch die Hengsthalterin darauf verzichtet, dass die Stute zusätzlich gesichert werden sollte. Vielmehr sollten beide Tiere lediglich an langen Zügeln geführt werden.

Die Stute trat während des Deckakts nach hinten aus und verursachte beim Hengst einen Trümmerbruch, der zur Einschläferung des Tieres führte.

Das Gericht führte aus, dass sich in dem Treten der Stute eine typische Tiergefahr realisiert hat und die Tierhalterin grundsätzlich hierfür einzustehen habe. Allerdings habe die Klägerin (die Hengsthalterin) aber gerade auf Sicherungen verzichtet und ihr Pferd somit dieser uneinggeschränkten Tiergefahr bewusst ausgesetzt. Somit liege ein Mitverschulden vor, welches so hoch anzusetzen sei, dass eine Haftung der Stutenhalterin entfiele.

Für die Praxis heißt dies, dass gerade wenn die Parteien beim Naturdecksprung nicht dabei sind, vorab vereinbart wird, wie dieser auszuführen ist (mit besonderer Sicherung oder nicht), damit es später nicht zu Streitigkeiten kommt, wer einen eingetretenen Schaden zu vertreten hat.

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