Archiv für Mai 2013

keine Haftung der Pferdehalter bei Überqueren der Weide

Donnerstag, 23. Mai 2013

Mitunter kommt es vor, dass jemand eine Weide betritt, auf der sich verschiedene Pferde befinden und diese überqueren will. Meißtens passiert nichts. Es kann jedoch sein, dass sich ein Pferd so sehr gestört fühlt, dass es zum Angriff übergeht. So geschah es auch in einem Fall, den das OLG Koblenz (Az:2 U 573/09) zu entscheiden hatte. Hier war der Kläger über eine Weide gegangen, auf der sich verschiedene Pferde befanden, um zu seinem Pferd zu gelangen, welches sich auf einem abgetrennten Weidestück im hinteren Teil der Weide befand. Dabei wurde er von einem Pferd verletzt. Es ließ sich nicht mehr herausfinden, welches Pferd die Verletzungen verursacht hatte. Das Oberlandesgericht Koblenz hat hier grundsätzlich andere bisherige Rechtsprechungen bestätigt, in denen alle Tierhalter als Gesamtschuldner verurteilt und verpflichtet wurden, den Schaden gemeinschaftlich zu zahlen. Allerdings war auch das Verhalten des Verletzten zu berücksichtigen. Dies führte dazu, dass die Haftung der Tierhalter auf 0 reduziert wurde, da das Mitverschulden des Klägers Grund für den Unfall war.

Fällt ein Kind beim Reitunterricht einfach so vom Pferd, haftet die Reitschule nicht

Sonntag, 12. Mai 2013

Die Haftung des Reitlehrers ist ja durchaus immer mal wieder Grundlage eines Rechtsstreits. So war dies auch in einem Fall, welchen das OLG Hamm (Az: 12 U 130/12) zu entscheiden hatte.

Ein fünfjähriges Kind ritt auf einem Pferd, dass an der Longe geführt wurde. Das Kind wurde aufgefordert, beim Reiten den Haltegriff des Sattels kurz loszulassen und in die Hände zu klatschen. Dies stellte eine Gleichgewichtsübung dar. Diese hatten zuvor auch die anderen Kinder ohne Probleme absolviert. Dieses Kind fiel allerdings vom Pferd und verletzte sich.

Die Eltern des verunfallten Kindes warfen der Lehrerin bzw. der Reitschule vor, nicht ausreichend aufgepasst zu haben und daher für den Unfall verantwortlich zu sein. Außerdem wäre eine Haftung bereits aus Tierhütergesichtspunkten zu bejahen.

Das Gericht verneinte allerdings einen Schadensersatz- und Schmerzensgeldanspruch. Das Kind habe das Pferd bereits gekannt. Sei auf diesem auch schon im Trab und Galopp geritten. Außerdem galt das Kind trotz seines Alters bereits als reiterfahren, so dass die Reitlehrerin nicht damit rechnen musste, dass das Kind bei der leicht zu bewältigenden Gleichgewichtsübung vom Pferd fallen würde.

Eine Haftungsverpflichtung aus der Tiergefahr verneinten die Richter ebenfalls, da nicht nachgewiesen worden war, dass der Unfall aufgrund eines unberechnebaren Verhaltens des Pferdes zurückzuführen war.