Archiv für März 2011

Wenn der weiße Flieder wieder blüht…

Mittwoch, 30. März 2011

oder das Jakobskreuzkraut oder andere unliebsame Unkräuter auf der Weide. So sehr sich der Pferdehalter und Reiter auch über das schöne Wetter freuen – mit Grauen denken sie an diese für die Pferde gefährlichen Pflanzen. Der ein oder andere stellt sich vielleicht die Frage, ob auch der Pensionsstallbetreiber in Anspruch genommen werden kann, wenn das Pferd eine Vergiftung auf seiner Weide erleidet.

Grundsätzlich hat der Pensionsstallbetreiber eine gesetzliche Verkehrssicherungspflicht. Dies bedeutet, dass wenn jemand die Obhut für ein Pferd übernimmt, auch verpflichtet ist, dafür Sorge zu tragen, dass dem Tier nichts passiert. Hierzu gehört die Überprüfung der Boxen auf Verletzungsmöglichkeiten genauso wie die regelmäßige Überprüfung der Weidezäune. Da aber für “Pferdeleute” gerade auch bekannt ist, dass Pflanzen wie z.B. das Jakobskreuzkraut sehr gefährlich für das Pferd werden können, dürften Pensionsstallbetreiber auch verpflichtet sein, die Weide regelmäßig auf solche Unkräuter hin zu überprüfen und einen etwaigen Befall umgehend zu beseitigen. Tun sie dies nicht, könnten sie sich schadensersatzpflichtig machen.

Also: Augen Auf beim Weidegang!

Freikarten für die Nordpferd

Montag, 21. März 2011

Im Zeitraum vom 15. bis 17. April findet in Neumünster wieder die NORDPFERD statt. Dieses Jahr wird die Rechtsanwaltskanzlei Wettstein ebenfalls als Aussteller dort zu finden sein – und zwar in Halle 3 am Stand 304. Hier können Sie mich persönlich kennenlernen und sich näher über die Kanzlei und ihre Angebote informieren.

Damit nicht nur ich in den Genuss der Messe komme, sondern auch der treue Blog-Leser, stellt die Rechtsanwaltskanzlei Wettstein drei mal zwei Freikarten zur Verfügung. Wie man an diese Karten kommt? Einfach dieses Formular ausfüllen.

Fehler bei Kontaktformular der Homepage www.kanzlei-in-stall.de

Freitag, 18. März 2011

Liebe Leser,

wie ich gerade festgestellt habe, hat der Kontakt auf meiner Homepage www.kanzlei-im-stall.de nicht funktioniert. Der Fehler ist jetzt behoben. Falls Sie also mit mir in Kontakt getreten sind und keine Rückmeldung von mir erhalten haben, liegt es nicht daran, dass ich kein Interesse an Ihren Problemen habe, sondern allein daran, dass ich von Ihren Problemen nichts mitbekommen habe. Hierfür möchte ich mich entschuldigen.

Bitte versuchen Sie es erneut oder rufen Sie mich einfach unter der 04541/868480 an.

Das Wiehern des Esels und die Folgen

Donnerstag, 17. März 2011

Ein Pferd läuft auf die Straße und rammt ein Auto. Wie kam es da wohl hin? Natürlich auf seinen vier Beinen. Aber warum? Der Esel wars. Der stand nämlich mit dem Reitpferd zusammen auf der Weide. Plötzlich überkam es den Esel (vielleicht waren es die Frühlingsgefühle) und er stürmte wiehernd auf das Pferd zu. Das verschreckte das Pferd so sehr, dass es die Flucht ergriff, auf die Straße lief und den Unfall verursachte.

Jetzt stellte sich für das Amtsgericht Limburg (Az.: 4 C 547/98) die Frage, wer für den Unfallschaden aufzukommen habe. In Frage kam sowohl der Tierhalter des Pferdes als auch der Tierhalter des Esels. Da das Pferd den Unfall verursachte haftet der Tierhalter für die Tiergefahr. Aber hat vielleicht der Halter des Esels den Schaden, zumindest teilweise, zu tragen, da das Pferd ja erst loslief, als der Esel wieherte und der Esel somit den Unfall streng genommen erst verursacht hat? Das Gericht hat entschieden, dass allein der Pferdehalter für die Schadensregulierung heranzuziehen ist. In dem Fluchtverhalten des Pferdes habe sich gerade eine dem Pferd innewohnende Verhaltensweise und somit seine konkrete Tiergefahr verwirklicht. Daher haftete der Eselhalter nicht.

Hilfe! Da hat doch einer mein Pferd fotografiert…

Mittwoch, 9. März 2011

Der Frühling kommt, die Sonne scheint, es wird wärmer. Es ist also zu erwarten, dass die Knipser aus den Dunkelkammern gekrochen kommen und die Natur erkunden wollen. Es kann ja nun durchaus vorkommen, dass ein eifriger Profi- oder Laienfotograf auf Motivsuche ist und dabei Ihr Pferd entdeckt. Er knipst es in allen Lebenslagen und verkauft diese Fotos später für viiiiieeeeeeeeeel Geld. Was ist, wenn der Pferdeeigentümer davon Wind bekommt und er Ansprüche geltend machen will? Schließlich konnten die Bilder ja nur so teuer verkauft werden, weil das Pferd so dermaßen hübsch war.

Leider muss ich mitteilen, dass hier kein Anspruch auf Gewinnbeteiligung oder Schadensersatz besteht. Anders als dem Menschen, steht einem Tier gerade kein Recht am eigenen Bild zu. Auch das Urheberrecht bringt uns in einem solchen Fall nicht weiter. Danach ist nämlich das Kunstwerk, also das Foto, geschützt und nicht das Tier oder das Objekt an sich.

Daher bleibt nur eins – dass der Pferdeeigentümer sich an den Bildern erfreut und die Gewissheit hat, das schönste Pferd der Welt zu haben.

Wenn das Pferde mit dem Schmiede….

Mittwoch, 2. März 2011

… nicht zufrieden ist, kann es durchaus dazu kommen, dass es beim Beschlagen ausschlägt und dem Hufschmied ein unerfreuliches Andenken beschert. Es stellt sich hierbei mitunter die Frage, ob dem Schmied Schadensersatz oder Schmerzensgeld vom Tierhalter zu zahlen ist.

Gern wird dann von dem Tierhalter das Argument gebracht, dass Verletzungen das normale Berufsrisiko eines Schmieds darstellen und somit eine Haftung des Tierhalters ausgeschlossen ist. Das OLG München hat in seiner Entscheidung vom 26.07.1990 (Az:1 U 2076/90) klargestellt, dass eine Tierhalterhaftung nicht per se ausgeschlossen ist, nur weil sich der Hufschmied aufgrund seines Berufs bewusst einem Verletzungsrisiko aussetzt. Auch ein stillschweigender Haftungsausschluss ist nicht gegeben. Allerdings ist im Falle einer Verletzung und somit eines Schadens zu prüfen, ob dem Schmied nicht ein Mitverschulden trifft, weil er die Gefahr des Austretens des Pferdes nicht ausreichend berücksichtigt hat. Mitunter kann das Mitverschulden des Hufschmieds sogar so eklatant sein, dass eine anteilige Tierhalterhaftung vollständig verneint wird.

Aber wie immer in der Juristerei, kommt es auf den genauen Tatbestand an. Jeder Fall ist anders. Sollten Sie Fragen haben, rufen Sie meine Kanzlei gern unter der 04541/868480 an.