Archiv für August 2010

Raus aus dem Büroalltag – rein ins Radio

Dienstag, 31. August 2010

Manchmal erfüllen sich Träume, wenn man gar nicht mehr damit rechnet. Da hab ich mich doch mal ganz spontan als Co-Aushilfsmoderatorin beim Radiosender RSH beworben und einen Tag später klingelt das Telefon und ich werde eingeladen. Ich freue mich riesig und hoffe, dass es morgen tatsächlich ein lustiger und entspannter Vormittag in Kiel wird. Und wenn nicht, bin ich aber wenigstens mal wieder in meiner Lieblingsstadt gewesen.

Hätten Sie es gewusst?

Dienstag, 24. August 2010

Wahrscheinlich ist es für Jockeys keine Neuigkeit – aber auch als selbständiger Jockey ist man beitragspflichtiges Mitglied der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Zunächst verwundert dies, denn in § 123 SGB VII ist von Jockeys nicht ausdrücklich die Rede. Gemäß § 123 Abs. 1 Nr. 2 SGB VII sind Unternehmen, in denen ohne Bodenbewirtschaftung Nutz- oder Zuchttiere zum Zwecke der Aufzucht, der Mast oder der Gewinnung tierischer Produkte gehalten werden, beitragspflichtig.

Ein selbständiger Jockey hat jedoch nicht automatisch eigene Pferde, sondern reitet im Regelefall die Pferde der Auftraggeber. Er züchtet die Pferde nicht, zieht sie nicht auf und verwurstet sie auch nicht. Allerdings geht die Literatur wohl davon aus, dass der Jockey doch an der Pferdezucht beteiligt ist. Durch sein Trainig mit den Pferden und der Teilnahme an Wettbewerben qualifiziert er die Pferde durch Rennerfolge. Dies ist der Zucht des Pferdes zuzurechnen und somit ist der selbstständige Jockey berufsgenossenschaftspflichtig. Man lernt nie aus.

Zur leidigen Frage, unter welchen Voraussetzungen man aus einem Reitstallmitgliedsvertrag herauskommt

Freitag, 13. August 2010

Das Amtsgericht München hatte in seinem Urteil vom 23.07.2009 (Az: 275 C 24038/08) über folgenden Fall zu entscheiden:

Ein Reitschüler, der Reitanfänger war, hatte eine Reitstallmitgliedschaft über 13 Monate abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt betrieb die Klägerin gemeinsam mit ihrem Ehemann den Reitstall. Der Beklagte hatte zuvor eine Reitstunde beim Ehemann der Klägerin genommen und wurde auch während der anschließenden Zeit ausschließlich vom Ehemann betreut, der über eine umfangreiche Reit- und Turniererfahrung verfügte. Nach kurzer Zeit kam es zur Ehekrise. Der Ehemann eröffnete seinen eigenen Reitstall. Der Beklagte kündigte fristlos und wechselte in den Reitstall des Ehemannes. Zu diesem Zeitpunkt wäre der Vertrag noch 9 Monate gelaufen.

Die Klägerin war natürlich “not amused” und forderte die Zahlung der Mitgliedschaftsgebühr bis zum Ablauf des Vertrages. Schließlich habe sie die gleiche Reit- und Turniererfahrung. Außerdem habe sie weitere Reitlehrer in ihrem Ausbildungsstall, so dass ein Wechsel überhaupt nicht nötig sei.

Das Amtsgericht München hat die fristlose Kündigung des Beklagten für wirksam erachtet. Nach Auffassung des Gerichts komme es auf das Vertrauensverhältnis an, welches der Beklagte zu seinem Reitlehrer aufgebaut hatte. Das Ende des Vertrages abzuwarten, sei für den Beklagten unzumutbar gewesen.

Vortrag bei der Stiftung klassische Dressur

Mittwoch, 11. August 2010

Letzte Woche gab es für mich mal wieder einen Wandertag. Ach, was waren die Schulzeiten doch schön, wenn man mal raus kam und nicht in den ungemütlichen Klassenzimmern sitzen musste. Ich habe festgestellt, auch im Berufsleben weiß man solche Tage sehr zu schätzen. Also ging es ab in die Heide zum Vortrag “Pferderecht im Alltag” bei der Stiftung klassische Dressur.

Ich hatte zuerst so meine Bedenken, dass die Teilnehmerzahl sehr überschaubar sein würde. Gut es waren keine 200 Leute da, so groß war der Stall aber auch gar nicht. Es war eine lustige Runde, was nicht zuletzt an den Veranstaltern Anne und Clemens Heise lag. Überaus sympathische Zeitgenossen, die wahrlich Spaß an ihrer Arbeit haben. Die Stiftung klassische Dressur unterstützt verschiedene Projekte und Arbeitet mit vielen Einrichtungen zusammen. So z.B. mit kirchlichen Einrichtungen. Kindern aus finanziell schwachen Haushalten wird so die Möglichkeit eingeräumt, den Umgang mit Pferden und das Reiten zu erlernen. Die Stiftung ist ständig auf der Suche nach Kooperationspartnern. Also schauen Sie doch gern mal auf der Seite www.stiftung-klassische-dressur.org vorbei, um sich dort näher zu informieren.

Der Vortrag war ein voller Erfolg. Wenn Ihrerseits Interesse bestehen sollte, einen solchen Vortrag veranstalten zu wollen, setzen Sie sich gern mit mir in Verbindung. Natürlich können Sie auch gern zuvor mit der Stiftung in Kontakt treten und eine Referenz erfragen.

Wie sehr müssen die Tore gesichert sein?

Mittwoch, 4. August 2010

Bei Pferdehaltern besteht häufig Unsicherheit, wenn es um die Frage der Tierhalterhaftung geht. Grundsätzlich haftet ein Tierhalter für jeden Schaden, den sein Pferd verursacht. Eine Ausnahme besteht dann, wenn der Schaden aufgrund menschlichen Fehlverhaltens entstanden ist und das Pferde lediglich den Anweisungen gefolgt ist.

Eine Einschränkung der Tierhalterhaftung ist möglich, wenn die Haltung des Tieres der Ausübung des Berufs oder der Erwerbstätigkeit des Halters dient. In einem solchen Fall, haftet der Tierhalter nur dann, wenn er der Sorgfaltspflicht genüge getan hat.

Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte einen Fall zu beurteilen (Az: 9 U 3987/03) , in dem ein Pferd ausgebrochen und es zu einem Schaden gekommen war. Dritte hatten die Tore geöffnet. Das Gericht hatte die Tierhalterhaftung bejaht, weil es dem Tierhalter nicht möglich war zu beweisen, dass die Tore ausreichend gesichert waren. Demzufolge musste das Gericht davon ausgehen, dass der Tierhalter nicht sorgfältig gehandelt hatte.

Was bedeutet dies? Auch wenn es umständlich ist, sollten Tore mit Vorhängeschlössern gesichert werden. Ein einfacher Riegel verhindert vielleicht, dass die Pferde eigentständig die Tore öffnen können, für Personen stellen solche Verschlussvorrichtungen jedoch kein großes Hindernis dar.