Archiv für Juni 2010

Neue Richtlinien für die Hengsleistungsprüfung ab Januar 2011

Mittwoch, 30. Juni 2010

Ab dem 01.01.2011 gelten für die Hengstleistungsprüfung neue Regelungen. Grund hierfür ist, dass sich der Staat aus der Durchführung der Leistungsprüfung zurückzieht. Somit ist es nötig geworden, die Durchführung dieser Prüfungen zu privatisieren. Grundsätzlich sind nunmehr die Zuchtverbände hierfür zuständig. Unter Umständen kann diese Zuständigkeit auf die FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) übertragen werden.

Nicht alles wird sich ändern. So soll es zum Beispiel bei der 70tägigen Stationsprüfung und der Alternative eines 30-Tage-Veranlagungstests in Kombination mit Turniersportplatzierungen verbleiben.

Folgende Neuerungen wurden jedoch beschlossen:

- eine Mindestanmeldezahl von 25 Hengsten muss erreicht werden
- die Anmeldung muss innerhalb einer bestimmten Frist erfolgen
- die Anmeldungen und die Zuteilung der Sachverständigen erfolgt aus einem Pool zentral über die FN

Auch der Ablauf der Leistungsprüfung wird sich ändern:

- während des Trainings werden sich zwei Trainingsrichter wiederholt ein Bild von den Hengesten machen
- Trainingsnoten werden gemeinsam mit dem Trainingsleiter vergeben
- die Ergebnisermittlung erfolgt aufgrund der wissenschaftlichen Analysemethode der
Zuchtwertschätzung und soll zusammen mit der Eigensleistung am Ende zu einem umfangreichen
Ergebnis führen

Für weitere Informationen setzen Sie sich gern mit mir unter www.kanzlei-im-stall.de in Verbindung.

Als Rechtsanwältin für Pferderecht zu Besuch auf dem größten privaten Gestüt Ungarns

Donnerstag, 24. Juni 2010

Nach drei Tagen Ungarn bin ich nun wieder in heimatlichen Gefilden eingetroffen. In Ungarn habe ich das größte private Gestüt des Landes besucht. Telivér Farm hat sich auf die Zucht von Vollblütern für den Rennsport spezialisiert. Momentan gibt es vier Zuchthengste, 61 Stuten, ca. 20 Fohlen und einige Jährlinge. Wobei sich lediglich die Zuchtstuten mit ihren Fohlen, die Zuchthengste und die Junghengste auf dem Gestüt in Bácsalmás befinden. Die übrigen Pferde befinden sich an Außenstellen, so zum Beispiel auch in der Nähe von Budapest, um dort für die Rennen trainiert zu werden. Die Pferde der Telivér Farm sind in Ungarn sehr bekannt und erfolgreich. Auch in Deutschland wurden die Pferde schon gestartet.

In Deutschland scheinen die ungarischen Rennpferde jedoch keine so große Rolle zu spielen. Grund hierfür könnten die erschwerten Trainingsbedingungen für die Pferde in Ungarn sein. Die Trainingsbahnen befinden sich oftmals noch in staatlicher Hand. Wie auch Deutschland ist in Ungarn das Geld knapp, die Rennbahnen teilweise in einem sehr desolaten Zustand. So ist es nicht unüblich, dass gute Rennpferde auf ungarischen Bahnen nicht an ihre bisherigen Rennleistungen anknüpfen können, weil die Bodenbeschaffenheiten sehr stark von den üblichen abweichen können.

Nichts desto trotz befinden sich die Pferde der Telivér Farm meißt unter den Erstplatzierten der Rennen, wenn nicht sogar unter den Siegern.

Das Gestüt in Bácsalmás ist sehr weitläufig. Es ist von großen gestüteigenen Weiden umschlossen. Die Boxen, die Räumlichkeiten und das gesamte Gelände sind sehr sauber und pferdefreundlich eingerichtet. Leider regnet es in diesem Sommer in Ungarn dermaßen stark, dass die Weideflächen nahezu überflutet sind. Daher war es durchaus verständlich, dass sowohl die Junghengste als auch die Stuten mit ihren Fohlen etwas gereizt waren. Auf Grund der bestehenden Verletzungsgefahr hatten diese seit ein paar Tagen keine Möglichkeit sich richtig auszutoben.

Weitere Zahlen, Daten, Fakten über Ungarn kommen in einem weiteren Blogeintrag. Jetzt muss ich ersteinmal die liegengebliebene Arbeit vom Schreibtisch bekommen.

Wenn sich jemand für Rennpferde aus Ungarn interessiert, können Sie sich gern an kontakt@kanzlei-im-stall.de wenden.

Pferd und Fahrad oder wie man ein paar Euros los wird

Montag, 14. Juni 2010

Letztens fragte mich ein Reiter, ob es denn tatsächlich irgendwo geregelt sei, dass man ein Pferd beim Fahrradfahren nicht führen dürfe. Ersteinmal habe ich gedacht er scherzt, denn ich würde nicht auf die Idee kommen ein Großpferd am Fahrrad zu führen. Mein Gesprächspartner meinte nur, dies sei keine Seltenheit, mitunter sei auch das Anbinden an der Stoßstange des Autos eine willkommene Alternative. Nun gut. Ein lustiges und kreatives Völkchen, die Reiter.

Die Gesetzesbücher wältzend kam ich dann zu folgendem Ergebnis: Gemäß § 28 Abs. 1, Satz 2 StVO ist das Führen von Pferden am Fahrrad oder am Fahrzeug verboten. Wer dies trotzdem tut, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Dies hat dann eine Geldbuße zwischen 5,00 Euro und 1.000,00 Euro zur Folge, wenn die zuständigen Ordnungshüter davon Wind bekommen.

In Anbetracht der leeren Kassen der Gemeinden ist es vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis die Behörden auf die lukrative Einnahmequelle “Reiter” stoßen. Also lieber gleich rauf aufs Pferd oder zu Fuß führen.

Änderungen bei der Zulassung von Medikamenten bei Turnieren

Freitag, 11. Juni 2010

Wie die FN mitteilt, sind ab sofort alle Fliegenschutzmittel bei nationalen Turnieren in Deutschland erlaubt. Bislang galt die Regelung, dass Fliegensprays, die ätherische Öle wie zum Beispiel Nelken- oder Lavendelöl enthalten, eine Karenzzeit von 48 Stunden haben und somit im Wettkampf nicht eingesetzt werden durften.

Hintergrund ist ein verbessertes Analyseverfahren. Mittlerweile kann festgestellt werden, ob die ätherischen Öle äußerlich oder innerlich angewandt werden.

Auf nach Ungarn

Montag, 7. Juni 2010

Im Juni werde ich das Gestüt Telivér Farm in Ungarn besuchen. Hier werden Vollblutpferde gezüchtet, die dann für eine erfolgreiche Rennsportkarriere trainiert werden. Durch einen engen Kontakt zur ungarischen Konsulin habe ich erfahren, dass auch ungarische Reitställe und Zuchbetriebe auf den deutschen Markt drängen. Dabei bestehen natürlich ebenso wie bei den deutschen Reitern und Züchtern auch bei den ungarischen Pferdeliebhabern Unsicherheiten. Bei einem persönlichen Gespräch lässt sich vielleicht auch das ein oder andere Projekt vorantreiben und auch eine zukünftige enge Zusammenarbeit im rechtsberatenden Bereich verwirklichen.